Avant la pluie
"Ce jour-là, la Mort est entrée avec lui, couchée
à ses côtés sur un brancard, et pour la première fois
j’ai croisé son visage. Pourtant, quand je m’étais penché
sur lui pour un premier coup d’œil, l’enfant semblait
dormir. Il vivait, très pâle et les yeux clos.
— Tu t’appelles comment?"
(Extrait, Anne-Claire Decorvet, Avant la pluie)
Die Genfer Autorin, deren Roman Un lieu sans raison (Orbe: Bernard Campiche, 2015) vielfach ausgezeichnet wurde, kehrt zur kürzeren Erzählung zurück, mit der sie in zuerst in Erscheinung trat. Das Buch vereint vierzehn Sichtweisen auf den tödlichen Unfall des kleinen Olivier. Im Laufe der Jahreszeiten erzählen die Angehörigen und Nachbarn ihre Version der Geschichte. Dabei steht natürlich der Unfall im Zentrum, aber auch die Möglichkeit eines anderen Lebens, woanders. Der lyrische Stil ist klassisch, etwas brav, etwas zu einheitlich, als dass man glauben könnte, er wiederspiegle das Innenleben der Figuren. Doch die Sanftmut entfaltet ihre Wirkung. (Marianne Brun)