Von wegen den Tieren [Rapport aux bêtes]
Von wegen den Tieren ist der Monolog von Paul, der von seinen Tieren, der Frau, die er Vulva nennt, einigen namenlosen Kindern und dem Leben auf dem Hof erzählt. "Das Leben ist voll Löcher und Beulen und nicht wirklich lustig oder schön anzusehen", sagt Paul - bis eines Tages Georges auftaucht, ein portugiesischer Saisonarbeiter, der Paul durch seine Art, die Welt zu sehen, zu irritieren beginnt. Indem Georges allmählich die hermetische und autistische Welt von Paul und Vulva öffnet, verändert sich langsam auch Pauls Blick.
(Klappentext)
«Noëlle Revaz hat ein phantastisches Buch geschrieben über die Herzenskälte, lebensprall und doch vieles nur andeutend, voller Empathie und ohne denunziatorischen Gestus, in einer Sprache, die nur simpel und schräg scheint, in Wahrheit aber Souveränität im Handwerk und Subtilität im Spiel mit Worten verrät» (Roman Bucheli, Neue Zürcher Zeitung).
«Was hier vorliegt, ist eine kongeniale Nachdichtung. Münzner konnte das Schiefe, Hybride an Pauls sprachlichen Bemühungen nicht einfach nachstellen, sondern musste die Kunstsprache neu erfinden, und das ist ihm hervorragend gelungen. Mit der 1968 geborenen Noëlle Revaz hat die schweizerische Gegenwartsliteratur eine gewichtige Stimme hinzugewonnen» (Martin Zingg, Der Bund).
«[…] Pauls Monolog ist in vieler Hinsicht ein Paradox, und so ist er nicht zuletzt gleichzeitig schamlos und von einer Reinheit, die berührt. Noëlle Revaz hat ein Buch geschrieben, das auf mehreren Ebenen lesbar ist: Ein Roman, erstens, übers Landleben; die hier beschriebenen Kühe bleiben ja Rindviecher. Aber das Buch ist zweitens auch ein Roman übers Menschenvieh, über die Dornenkrone der Schöpfung, über die Gewalt zwischen Mann und Frau. Und drittens zeigt der Roman: Das Menschenvieh konstituiert sich durch seine Rede, und in dieser Rede ist es unbehaust, ein unsicherer Geselle. Man gerät ins Staunen, wenn man ihm auf seinen krummen Wegen folgt» (Sabine Peters, Deutschlandfunk Büchermarkt: Buch der Woche).
«Diese Provokation in Buchform (mehrfach ausgezeichnet) ist ein sprachliches Meisterwerk, das einen mit seinen zotig-zarten Melodien gefangen hält und auf seltsame Weise rührt. Für nicht allzu zart Besaitete wärmstens empfohlen» (Heidi Bühler-Naef, SBD Bibliotheksservice).
«Noëlle Revaz hat eine Sprache gefunden, die zu reden geben wird. Ihr ist ein Roman gelungen, der die seltene Eigenschaft hat, mit seiner Artistik zu fesseln und trotzdem nicht selbstverliebt zu sein. Ein grosses Werk» (Peter Exinger, SonntagsBlick Magazin).