Sommer oder wie sagt man Gedichte
Sich finden und wieder verlieren,
durch Orte und Zeiten hindurch
eröffnet Eva Seck in ihrem Debütband
einen lyrischen Dialog. Jedes
Gedicht steht für sich und ist
zugleich eingebettet in ein zartpoetisch
gewobenes Beziehungsgeflecht.
das herz schläft nie
deine abwesenheit beweist
mich jeden tag
aufs neue
und wird es nacht
lege ich dir
den mund zurecht.
(Buchpräsentation Wolfbach Verlag)
In drei Hefte gliedert Eva Deck ihr lyrisches Debüt. Hefte, die auch Tagebücher heissen könnten. Das lyrische Ich bleibt darin ganz bei sich. Das geliebte Du, ein Aufenthalt im kalten Berlin, die täglichen Irritationen werden knapp protokolliert. Harmonie kommt dabei freilich nicht auf. Welt und Intimität geraten einander in die Quere: die Lektüre der Nachrichten wird gestört durch das auslaufende Badewasser. So durchkreuzt die Autorin immer wieder subtil die Innenschau und lässt sich selbst daran zweifeln, ob das alles in Sprache auszudrücken wäre. Die «innere unruhe» ist im Grunde nichts, aber immer da, schreibt sie. (Beat Mazenauer)