Toronto Gedichte
Kurzkritik
Nach zwei Prosabänden legt der im deutschen und französischen Sprachraum bekannte Theaterregisseur nun einen kleinen Gedichtband vor. Der Dramatiker bewahrt als Lyriker die Lust an ungelösten Spannungen, nur dass diese sich nun nicht zur Handlung entfalten, sondern verdichtet werden im Bild. «Toronto», zum Beispiel. Das Titelgedicht enthält zentrale Motive des ganzen Bandes: die Verschränkung von Ferne und Gegenwart, von Verlust und Bewahrung, von Himmelshöhe und Bodenhaftung, und auch immer wieder von Liebe und Boshaftigkeit, von Verzweiflung und Komik. So endet das Loblied auf «Deine schöne Tochter» mit: «Deine Tochter ist ein Kaktus, / verkleidet als schöne Frau. / Wenn sie fällt, bleibt sie stehen.» (Daniel Rothenbühler)