Anne-Marie Kenessey wurde 1973 in Zürich geboren, wo sie auch heute lebt. Nach dem BWL-Studium arbeitet sie in der Privatwirtschaft. Seit 2009 veröffentlicht sie Gedichte in Literaturzeitschriften. 2012 erhielt sie den Lyrikpreis München. Sie ist Redaktorin der Literaturzeitschrift Orte.
Bibliographie
Mit der ihr eigenen Unbefangenheit und Neugierde verknüpft und verschmilzt Anne-Marie Kenessey die aktuellen Zustände der Welt in einer originellen Sprache. Die Gedichte, entstanden in den letzten Jahren zwischen Zürich, Arles, Paris und Budapest, folgen ihrem Weg, zusätzlich inspiriert von der Arbeit als Übersetzerin aus dem Ungarischen und Französischen.
Schlangen vor der Western Union Bank
die Säulen der Zypressen Reihen der Pappeln
der geschmolzene Asphalt runzelt sich
auf Van Goghs Brücke von Trinquetaille
die Zapfen der Kiefern springende Feuerkapseln
alle Zeiger fallen aus der Zeit.
«Anne-Marie Kenesseys Gedichte bewegen sich zwischen Leichtigkeit und historischer Abgrundtiefe. Vom Spiel mit Wörtern, Silben und Buchstaben gehen sie über zur poetischen Erzählung der Trauer, des Grauens und des Dazwischen der Identitäten, nicht zuletzt der sprachlichen. Man liest diese offene Poesie mit großem Gewinn und Genuss und entdeckt immer wieder neue Schönheiten.» (Jan Koneffke, Autor und Literaturkritiker)
(KLAK Verlag)
Ausgewählte Bibliographie
Übersetzungen
Tamás Jónás. Geröll. Gedichte. Aus dem Ungarischen übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Anne-Marie Kenessey. Berlin: KLAK Verlag, 2021.