Martin Zingg

Martin Zingg

Martin Zingg wurde 1951 in Lausanne geboren. Er war Deutschlehrer am Gymnasium und arbeitete dann als freier Publizist, Literaturvermittler und gelegentlich auch Übersetzer.
Von 1982 bis 2006 gab er, gemeinsam mit Rudolf Bussmann, die Literaturzeitschrift drehpunkt heraus. Martin Zingg lebt in Basel.

Bibliographie

Schupfart, Engeler, 2025.

«Das ist der Anfang, leiser Aufstand». Mit dieser Zeile beginnt der Gedichtband von Martin Zingg, unterwegs ins Unabsehbare, voller streunender Zuversicht, jenseits des Bildschirmhintergrunds. Zinggs lyrische Texte aus den letzten zwanzig Jahren versammeln «Klassische Sorgen», die unbesorgt offen bleiben für alles, was noch werden könnte. Ihre Durchsagen erweitern das Verstehen für nicht erwartbare Wendungen und neue Erinnerungen. Mit den Erfahrungen des Älterwerdens gehen langsamere Tage, aber auch ein Raumgewinn einher, ein anderes Erleben von Zeit als Umgebung: «Die Abweichung / von einer Linie ist immer noch eine Linie, das weisst du». Hier resümiert ein Autor, der weiss, dass am Ende eines jeden Texts nichts zu Ende erzählt ist. Zinggs Gedichte sind in diesem Sinn «Austragungsorte für Gefälle». Sie helfen dabei, auch auf schwierigem Gelände gewagte Balanceakte zu vollführen: Stolpern sie in einem Moment, fangen sie sich mit dem nächsten Augenblick. Sie finden ihre hoffnungslose Zuversicht darin, dass der Boden hält, was er nicht zu halten verspricht: «anfänglich unverständlich, ja, das könnte was werden».

(Engeler Verlage)

Jörg Steiners gesammelte Werke , Berlin, Suhrkamp, 2021.
Fake ? News , mit Beiträgen von Corinna Virchow & Mario Kaiser, Felix Keller, Silvia Henke, Rahel Walser und Michel Mettler, Bern, alit - Verein Literaturstiftung, 2019.
Selbstanzeige , Solothurn, Engeler, 2015.
Drehpunkt 125 , Hg. von Martin Zingg und Rudolf Bussmann, Basel, Lenos, 2006.
Über Erwarten , Basel, Lenos, 1998.
Folgendes , Basel, Lenos, 1998.
Was am Ende bleibt, nur das , mit Radierungen von Stephanie Grob, Basel, Mäder, 1998.
Sieben Briefe an den lieben Herrn Brehm , mit Zeichnungen von Stephanie Grob, Basel, Zeige, 1990.
Meinen Fuss möchte ich nochmals sehen, bitte , mit Zeichnungen von Annette Barcelo, Basel, Mäder, 1989.
Onkel Jodoks Enkel , Basel, Lenos, 1988.
Mundwerk , Zürich, Howeg, 1986.