Hannes Binder wurde 1947 in Zürich geboren. Nach dem Studium an der Kunstgewerbeschule Zürich arbeitete er als Grafiker in Mailand und als Illustrator und Layouter in Hamburg. Der freischaffende Illustrator und Maler lehrt Illustrationsgeschichte an der Hochschule für Kunst und Gestaltung in Luzern. Er arbeitet mit Schabkartontechnik und schafft Bilder-Geschichten (Comics, Bilderbücher, Graphic Novels). So hat er zahlreiche Werke von und über Glauser adaptiert oder geschrieben und illustriert. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet und nominiert, unter anderem mit dem Schweizer Kinder- und Jugendmedienpreis oder für den Hans-Christian-Andersen-Award. Hannes Binder lebt im Kanton Zürich und im Tessin.
Bibliographie
Friedrich Glauser (1896–1938) gehört zu den wichtigsten Schweizer Autoren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein Werk, das bis heute nichts von seiner Aktualität und literarischen Kraft eingebüsst hat, ist erwachsen aus den schwierigen Lebensumständen Glausers, dem Netzwerk aus Psychiatrie, Polizei, Behörden ebenso wie den Anstaltsaufenthalten, der Flucht in die Fremdenlegion und den Verstrickungen in die Morphiumsucht.
Der vorliegende Band bietet selbst Glauserkennern einen neuartigen Zugang, er taucht tief ein in die Welt des Autors in Form von Briefen – darunter zahlreiche Neufunde –, Berichten, literarischen und psychiatrischen Gutachten und Dokumenten. Der Band entfaltet eine Collage aus unterschiedlichen, zum Teil widersprüchlichen Stimmen, die Glauser in seiner ganzen Komplexität der Zeit-, Schaffens- und Lebensumstände zeigen. Mehr als die Hälfte der Dokumente sind unpubliziert, insbesondere die Gesprächsprotokolle des Vormunds: Hier hört man erstmals Glauser sprechen, unverstellt und unmittelbar am Puls der Ereignisse.
(Buchpräsentation Limmat Verlag)