Jürg Laederach ist 1945 in Basel geboren. Er studierte Romanistik, Anglistik und Musikwissenschaft. Heute lebt er als Schriftsteller, Übersetzer (aus dem Amerikanischen und Französischen, u.a. von Maurice Blanchot) und Jazzmusiker in Basel. Jürg Laederach erhielt u.a. den Preis der Schweizerischen Schillerstiftung (1990), den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur (1997), den Grossen Literaturpreis des Kantons Bern (2001) und den Italo-Svevo-Preis (2005). Er war Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt. Jürg Laederach ist am 19. März 2018 in Basel gestorben.
Bibliographie
Der übliche Held der Handlung findet in der Regel das Bühnenbild vor und fängt an, quer durch es zu laufen. Harmful läuft los und erzeugt damit die Bühnenbilder. Womöglich erdenkt er sie, ist ihnen aber doch ausgeliefert. Weder ist er – was er gern möchte – der einzige Held, noch hält die Hölle den Prüfungen seines Hitzemessers stand. Er hätte gern seine Ruhe, doch die Stimmen vieler anderer quälen ihn. Nicht die geringste dieser Qualen ist es, dass er darüber – unter erheblichen Eigenkosten – lachen könnte. Das Buch macht Angebote. Zur allgemeinen Entgleisung in den Schrecken gehört auch das Herausrutschen der Person aus der Persönlichkeit. Einmal wird Harmful von Arti gesehen, Harmfuls Nachbarin, seiner Untergebenen, Geliebten – und Kommentatorin. Harmful als Faust? Dies wäre eine schöne Entwicklung. Mit Harmful leider nicht. Überall erzählt eine mit spektralen Fähigkeiten versehene Monsterfigur mit großer Ausdauer und kleinem Mut.