Andrea Fazioli wurde 1978 in Bellinzona geboren, wo er heute lebt. Er studierte Italienisch und Französisch an der Universität Zürich und war Assistent für französische Literatur. Seine Lizenziatsarbeit über das dichterische Werk Mario Luzis wurde mit dem Preis Pro Ticino 2005 ausgezeichnet. Er war zuerst Journalist für Printmedien, Radio und Fernsehen. Heute arbeitet er für das Tessiner Radio und Fernsehen RSI und mit einem kleinen Pensum am Gymnasium. Außerdem unterrichtet er kreatives Schreiben an der Mailänder Schule Flannery O’Connor und gründete die Scuola Yanez, die Schreibateliers in Italien und der Schweiz anbietet. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen: 1998 gewann er den Premio internazionale Chiara giovani für die Erzählung «L’importante è partire», 2008 den Premio Stresa für L’uomo senza casa, 2010 und 2016 den Premio Fenice Europa für La sparizione und L’arte del fallimento. 2017 wurde ihm vom Präsidenten der Italienischen Republik der Offizierstitel des Ordine della Stella d’Italia verliehen. Seine Erzählungen erscheinen in zahlreichen Anthologien, Zeitschriften und Zeitungen verschiedener Länder und auch in seinem Blog. 2013 schrieb er zusammen mit Marco Pagani das Szenario für die Webserie Notte noir, die von Fabio Pellegrinelli verfilmt und 2014 von REC produziert wurde. Sie erhielt zahlreiche Preise, unter anderem den Roma Web Fest 2015 und den Efebo d’Oro di Palermo. 2015 verfasste er das Theaterstück Teoria e pratica della rapina in banca, das Miguel Anguel Cienfuegos mit der Compagnia Teatro Paravento von Locarno inszenierte. Seine Romane sind auf Französisch, Deutsch, Russisch, Albanisch und Spanisch übersetzt. In den letzten Jahren hielt er Vorträge über Lesen und Schreiben in verschiedenen europäischen und aussereuropäischen Ländern. In seiner Freizeit befasst er sich mit arabischer Sprache und Literatur, spielt Saxofon, wandert und fährt Rad.
Bibliographie
Der Tessiner Kleinmafioso Luca Forster steckt tief in den Miesen. Um seine Schulden zu begleichen, hat er die Tochter von Jean Salviati entführt, dem einst geschicktesten Dieb der Schweiz, der ganz ohne Gewalt Banken und Villen ausgeraubt hat, nur mit dem nötigen Know-how. Nach langen Haftstrafen hat er sich zur Ruhe gesetzt und kümmert sich als Gärtner in der Provence um Blumenrabatten und Gemüsebeete. Für seine Tochter, eine notorische Spielerin, die selbst verschuldet ist, soll Salviati nun zehn Millionen Schweizer Franken Lösegeld an Forster zahlen. Dem pensionierten Meisterdieb bleibt nichts anderes übrig, als einen letzten großen Coup einzufädeln: Er plant, eine Filiale der Junker-Bank in Bellinzona zu überfallen, und rekrutiert mehrere Komplizen. Darunter auch der eigenbrötlerische Privatdetektiv Elia Contini, der Salviati noch einen Gefallen schuldet. Und während Forster sich schon die Hände reibt, überlegen die Hobbyganoven bereits, wie sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen können.