Felix Philipp Ingold

Felix Philipp Ingold
© Yvonne Böhler

Felix Philipp Ingold wurde 1942 in Basel geboren. Der emeritierte Ordinarius für Kultur- und Sozialgeschichte Russlands an der Universität St. Gallen arbeitet als Schriftsteller, Publizist, Übersetzer und Slawist in Zürich und Romainmôtier (VD). Ingolds Werk wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Petrarca-Preis 1989, dem Ernst-Jandl-Preis für Lyrik, 2003, dem Basler Lyrikpreis 2009 und dem Preis der Schweizerischen Schillerstiftung 2012.

Bibliographie

Wuppertal, Arco, 2023.

Märzember – der Titel, den Felix Philipp Ingold seinem neuen Poesieband mitgibt, mag ein diskretes Programm sein: Gegensätzliches, Unvereinbares, naturgemäß Getrenntes wird zusammengeschnitten – Frühling, Herbst, Winter als hybride, ganzheitliche, nicht mehr getaktete Jahreszeit. So wie hier Grenzen verschwimmen in der Epoche des Klimawandels, so schwinden allgemein die Konturen. Gleichmacherei und Profillosigkeit greifen um sich, prägen auch die Geisteswelt. Fakes und Realität vermengen sich bis zur Ununterscheidbarkeit, Robotik und andere Künstliche Intelligenzen bestimmen zunehmend unsern Alltag, und – so heisst es in einem von Ingolds Gedichten – «am Horizont | die Helle einer kommenden | Welt die wir wirklich schön hinter uns | haben.» Ähnlich paradox wirken viele der hier vereinigten Gedichte und Sprüche aus den Jahren 2022 bis 2015, eine Sammlung poetischer Statements, deren Sprachform frei fluktuiert zwischen Kolloquialität und hohem Ton, Wortwitz und Skepsis.

Die schönste Frucht – ein Apfel? | eine Aprikose! – erobert | von der immer gleichen Wespe. | So viele Attacken! Als | wären sie eigens getaktet für | den schnellen Sieg. Und | aber wieder nur Fäulnis. Dazu | ein minimales Plus an … | … an Süße.

Ingolds Gedichte erscheinen hier im Zusammenklang mit Musik: die Vertonung eines Textes durch den Komponisten Walter Zimmermann wird mit dieser Edition zugänglich gemacht – als Notenblatt wie auch zum Nachhören.

(Arco Verlag)

Überzusetzen , Klagenfurt, Graz und Wien, Ritter, 2021.
Morgen soll für übermorgen gelten. Marina Zwetajewa : Ausgesuchte Gedichte , Herausgegeben, kommentiert und aus dem Russischen übersetzt von Felix Philipp Ingold, Übersetzung von Felix Philipp Ingold , Klagenfurt, Ritter, 2020.
Endnoten , Klagenfurt, Ritter, 2019.
Körperblicke , Klagenfurt, Ritter, 2019.
Die Blindgängerin , Klagenfurt, Ritter, 2018.
Fortschrift , Klagenfurt, Ritter, 2017.
Niemals keine Nachtmusik , mit CD, Klagenfurt, Ritter, 2017.
Direkte Rede , Wien, Passagen, 2016.
Nee die Ideen , Berlin, Matthes & Seitz, 2014.
Leben & Werk , Berlin, Matthes & Seitz, 2014.
Noch ein Leben für John Potocki , Berlin, Matthes & Seitz, 2013.
Alias oder Das wahre Leben , Berlin, Matthes & Seitz, 2011.
Gegengabe , Basel, Urs Engeler Editor, 2009.
Tagesform , Graz, Droschl, 2007.
Wortnahme , Basel, Urs Engeler Editor, 2005.
Jeder Zeit , Graz, Droschl, 2002.
Auf den Tag genaue Gedichte , Graz, Droschl, 2000.
Nach der Stimme , Stuttgart, J. Legueil, 1998.
Zeichensatz , Münster, Kleinheinrich, 1997.
Vie éternelle , Übersetzung von Léa Marcou , Paris, Nadeau, 1994.
Restnatur , Münster, Kleinheinrich, 1994.
Ewiges Leben , München, Hanser, 1991.
Echtzeit , München, Hanser, 1989.
Das Buch im Buch , Berlin, Merve, 1988.
Und das soll ein Gedicht sein , Zürich, Edition Howeg, 1987.
Letzte Lieben , München, Hanser, 1987.
Das Buch der Sprüche , Berlin, Rainer, 1987.
Mit anderen Worten , München, Hanser, 1986.
Schriebsal , Fotobilder von Alex Silber, Zürich, Edition Howeg, 1985.
Fremdsprache , Berlin, Rainer, 1984.
Unzeit , Stuttgart, Klett-Cotta, 1981.
Leben Lamberts , Frankfurt a.M., Suhrkamp, 1980.
Spleen und überhaupt , Bern, Kandelaber, 1969.
Schwarz auf Schnee , Zürich, Arche, 1967.

Übersetzungen

Morgen soll für übermorgen gelten. Marina Zwetajewa : Ausgesuchte Gedichte , Herausgegeben, kommentiert und aus dem Russischen übersetzt von Felix Philipp Ingold, geschrieben von Felix Philipp Ingold , Klagenfurt, Ritter, 2020.
Lichtbruch / Bris de lumière , Herausgegeben und mit einem Nachwort von Gudrun Racine, geschrieben von Charles Racine , Zürich, Limmat, 2019.