Daniel Ganzfried ist 1958 in Affulah, Israel, geboren, danach in Bern aufgewachsen. Er machte eine Lehre als Buchhändler und arbeitete als Buchdrucker, LKW- und Taxichauffeur. Zur Hauptsache aber war er freiberuflich in politisch-kulturellen Kampagnen im Bereich internationale Solidarität mit Fokus Zentralamerika und der Flüchtlingsproblematik tätig. Er schreibt Essays, Reportagen und Kolumnen. 1995 erschien sein erster Roman Der Absender, der zur Vorlage für den Film «Kaddish» wurde. 1998 erreichte er weltweite Beachtung mit seiner Entlarvung des falschen Züricher Holocaust-Überlebenden Binjamin Wilkomirski, die 2002 in der vom Deutschschweizer Pen-Zentrum in Auftrag gegebenen Erzählung «… alias Wilkomirski – Die Holocaust Travestie» mündete. Seit einiger Zeit lebt Daniel Ganzfried im glarnerischen Bergdorf Elm.
Bibliographie
Münster,
agenda,
2025.
Kurz vor Pfingsten ist Erich im Auto unterwegs. Er plant, seiner Frau zum runden Geburtstag ein Pferd zu kaufen, doch dann wirft ihn ein unerwarteter Anruf von ihr aus der Bahn. Weitab gerät er unter Heerscharen andalusischer Wallfahrer, die zum kleinen Ort El Rocio im Schwemmland des Rio Guadalquivir aufgebrochen sind. Ihr rhythmischer Wirbel entledigt ihn auf Schritt und Tritt seiner Vorsätze, Irrtümer und Versehrungen. Vom Kreisel der Sevillanas tanzenden Pilger hin zum unersättlichen Strudel ihrer Masse bis zu ihrer gänzlichen Auflösung, treibt es Erich in eine neue Ahnung von Leben. Ein Roman über die Liebe, aber kein Liebesroman. Er handelt von vielem, nur nicht von Gott.
(agenda Verlag)