Gudrun Orlet wurde 1966 in Deutschland (fränkische Schweiz) geboren und lebt seit 2006 in der Schweiz. Sie absolvierte die Fachakademie für Sozialpädagogik Bamberg als Jahrgangsbeste mit Auszeichnung und studierte danach Sozialpädagogik und soziale Arbeit. Von 1993 bis 1999 verbrachte sie Familienzeit. Dann erwarb sie ein Poesiezertifikat und bildete sich in Literatur- und Kulturkritik aus. Sie war bis 2017 Lehrbeauftragte im Fachbereich Palliative Care. Die Autorin (Lyrik, Drama und Sachbuch) ist auch im Bereich Beratung & Coach tätig.
Bibliographie
Glossar I-IV schreibt von den Anforderungen einer überbordenden Realität an das einzelne Ich. Dabei überlagern sich Gegenwärtiges und Gegenwart, universell-existentielle Fragen stehen im Dialog mit den Imperativen aktueller Selbstoptimierungsnormen, und in einer essayistischen Poetik werden Gedachtes und Geschehenes mit literarischen und theoretischen Bruchstücken verwoben.
In einem Gedankengemenge verschwinden Protagonisten in einer Szenerie aus Schnee und Kälte. Aufruhr. Das Zeitgefüge besteht aus wenigen Daten, Erinnerung und Ereignis stehen im Präsens nebeneinander. Ein verbrecherisches Denken sucht Erlösung in der Sehnsucht nach dem Tod. Die erhoffte Geborgenheit bleibt aus, Begegnungen verlieren sich, und die Erfahrung eines Ich wird existenziell. Glossar I-IV setzt sich mit der gesellschaftlichen Norm der Optimierung auseinander, die tägliche Anforderung und Selbstvergewisserung geworden ist – eine «inwendig» angekommene und entstofflichte Machtausübung ohne Zeugen. Poetisches Denken und eine genreübergreifende Lyrik werden auf den Trittsteinen vielfältiger Lektüren zum Gegenüber dieser Machtausübung.
Ausgewählte Bibliographie
Sachbücher
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Das Jetzt im Sterben – Begleitung bis zur Lebensgrenze, Hochheim, Maiworm Verlag, 2012.
- Die Wurzeln beginnen zu blühen – Zeitgemässe Gedanken zum Tod, Zürich, KaMeRu Verlag, 2009.
Libretti ꓲ Uraufführungen
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Chronos, Zürich Teil UA Kunsthaus Zürich 5. Mai 2022.
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Ohne Tag und ohne Nacht, Uraufführung Ständetheater Stavovské divadlo/Nationaltheater Prag. Komponist Roman Z. Novak. 2005.
- Ohne Tag und ohne Nacht, Aufführung Kleine Szene – Kammerbühne der Sächsischen Staatsoper Dresden. 2005.