Matthyas Jenny (1945-2021)

Matthyas Jenny wurde 1945 in Basel geboren. Er macht eine Lehre in einem Reisebüro und arbeitet in verschiedenen Berufen. 1970 gründete er das erste deutschsprachige Poesietelefon, 1976 den «Tag der Poesie». Er betrieb den Verlag «Nachtmaschine» und förderte junge Autoren, u.a. Hansjörg Schneider, Jürgen Ploog, Jörg Fauser und René Schweizer. 1997 gründete er das Internationale Literaturfestival Basel (1997), 2001 das Internationale Lyrikfestival Basel, 2003 war er Initiator der Buchmesse BuchBasel. Ab November 2006 leitete Jenny zusammen mit Ursula Wernle «Das kleine Literaturhaus Basel». Von 2007 bis in den Herbst 2015 führte Jenny die Bachletten Buchhandlung in Basel. Matthyas Jenny war der Vater der Schriftstellerin Zoë Jenny und des Dichters und Kunstmalers Caspar Jenny. Er starb am 10. Oktober 2021 im Alter von 76 Jahren.

Bibliographie

Augsburg, Maro-Verlag, 2014.

«Zwischen Vanderbilt und Park Avenue ist ein Durchgang, worin ich schon Leute übernachten sah. Auch ich werde diese Nacht dort verbringen, weil ich nur noch wenig Geld habe und ständig auf der Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten bin. In einem Shop kaufe ich Zigaretten und zur Wärmung eine kleine Flasche Whisky und mache mich auf den Weg zu einer langen Nacht.» (aus dem Text «New York Downtown»)
Die in dieser Sammlung abgedruckten Short-Stories sind zum Teil in der Wochenendbeilage der Neuen Zürcher Zeitung, in den Bänden Alles geht weiter, das Leben, der Tod (Lenos Verlag Basel), Highway Junkie (Lichtspuren Verlag Bern) und in Zeitschriften wie Gasolin 23 erschienen. Außerdem enthält der Band bisher unveröffentlichtes Material.

«Verschwitzt und unrasiert stieg ich aus dem Greyhound-Bus, um im Stationsrestaurant ‚Fort Stockton‘ einen Becher Kaffee zu trinken. Vor der Eingangstüre lehnten mit verschränkten Armen Bürstenschnitt-Texaner; kantige Gesichter, breitkrempige Hüte bis zu den Augenbrauen runtergezogen – Revolverhelden ohne Revolver – Tätowierungen auf den Ober- und Unterarmen. Ich drückte mich an den John Waynes vorbei und erhielt auch prompt den unvermeidlichen Schubs in den Rücken – stolperte ohne umzublicken ins Restaurant und ging schnurstracks zur Kaffeemaschine, wo ich mir einen Becher schnappte, den mir ein schwammiger Kerl sogleich wieder wegschnappte und mit einer wegwerfenden Handbewegung auf die Türe zeigte. Jetzt erst sah ich das Plakat an der Glastüre: No hitchhickers, no dirties, no loafing, no loitering, no profane language …» (aus dem Text «Spanish Trail Route»)

(Maro Verlag)

Die Beschreibung der Tiefsee , Basel, Lenos, 1996.
Highway-Junkie , Bern, Lichtspuren, B. Streit, 1983.
Postlagernd , Augsburg, Maro-Verlag, 1981.
Traumwende , Basel, GTP, 1977.
City straight up , Basel, GTP, 1976.