Sophie Taeuber wurde 1989 in Davos geboren. Ihr Vater starb 1891, die Mutter zog mit den Kindern nach Trogen. Sophie Taeuber bildete sich in St. Gallen und München zur Künstlerin aus. Sie war Malerin, Plastikerin, Textilgestalterin und Lehrerin an der Kunstgewerbeschule Zürich, eine Schweizer Pionierin der konstruktiven und abstrakten Kunst. 1922 heiratete sie Jean Arp. 1929-1940 lebten und arbeiteten sie in Meudon (Frankreich), während der Besatzung lebten sie in verschiedenenen Orten Südfrankreichs. 1943 starb Sophie Taeuber-Arp im Haus von Binia und Max Bill an einer Kohlenmonoxidvergiftung.
Bibliographie
Zu Sophie Taeuber-Arps Leben sind bis heute nur wenige schriftliche Zeugnisse bekannt. Dies liegt u.a. an den dramatischen Ereignissen ihrer letzten Lebensjahre: der Flucht aus Paris 1940 und der neuerlichen Flucht aus Grasse 1942. Um so bedeutsamer ist, dass bei den Nachfahren ihrer Schwester Erika eine umfangreiche Korrespondenz erhalten blieb, die von Sophie Taeubers 16. Lebensjahr bis zu ihrem Tod reicht und bis heute mit Ausnahme weniger Stücke unbekannt ist – darunter auch mehr als 140 Briefe und Karten an Hans Arp. Die Briefe sind durchweg ausführlich und umfassen meist mehrere Seiten. Sophie Taeuber-Arp berichtet darin lebhaft über ihre gesamten Lebensumstände, was zahlreiche neue Einblicke in ihre Biographie und Werkgeschichte erlaubt. Deutlich wird dabei unter anderem, wie viele Widerstände Sophie Taeuber-Arp zu überwinden hatte, um sich aus dem traditionell «weiblichen» Metier kunstgewerblicher Textilarbeiten emanzipieren und in der freien Kunst- und Architekturszene Fuß fassen zu können.
Das Material enthält darüber hinaus eine ungeahnte Fülle von Berichten über Begegnungen mit Künstlerkollegen z.B. über Dada-Freunde wie Hugo Ball, Emmy Hennings und Richard Huelsenbeck oder über Weggefährten wie Theo van Doesburg, Tristan Tzara, Paul Eluard, Max Ernst, Sonia und Robert Delaunay oder Kurt Schwitters. Die Briefe stellen damit eine einzigartige Quelle für die Avantgarde-Kunst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dar.