Annemarie von Matt wurde 1905 als Annemarie Gunz in Root im Kanton Luzern geboren. Sie arbeitete als Kindermädchen und Haushalthilfe. Ihre kunstgewerbliche Ausbildung schloss sie in Luzern ab. Nach der Heirat mit dem Bildhauer Hans von Matt zog das Paar nach Stans. Ab 1940 hatte sie eine geheime Liebesbeziehung mit dem Priester und Schriftsteller Josef Vital Kopp. Neben Bildern, Zeichnungen und Objekten entstand ein umfangreiches literarisches Werk aus zu
Lebzeiten unveröffentlichten Aufzeichnungen, Gedichten und Briefen. In den letzten Jahren ihres Lebens zog sie sich aus der Öffentlichkeit zurück und verwahrloste zunehmend. Sie starb 1967 in Stans. Die Modernität ihres künstlerischen und literarischen Schaffens wurde erst nach ihrem Tod erkannt.
Bibliographie
Erstmals werden die bedeutendsten Texte und Selbstaussagen der Stanser Sprachkünstlerin Annemarie von Matt separat in einem Band veröffentlicht. Dabei sind die zentralen Themen in der Form eines Nachschlagewerks alphabetisch angeordnet nach Stichworten wie Alleinsein, Brief, Brünig, Frau, Freiheit, Hand, Haus, Herz, Liebe, Schreiben, Spiel oder Verrücktsein. Grundlage der Auswahl sind Texte auf unzähligen Zetteln und in Notizbüchern sowie ihr umfangreiches und grandioses Briefwerk.
Annemarie von Matts literarische Arbeiten sind alle mit Bleistift verfasst und der Moderne verpflichtet. Sie erinnern mit ihrer Sprachlust und -kritik zuweilen an die Erkundungen Robert Walsers im «Bleistiftgebiet». Die teilweise unveröffentlichten Texte sind oft autobiografisch. Neben der Form des Hand und Lesebuchs ist der Band auch eine Art Selbstporträt und kann als biografische Einführung in das Leben und Werk dieser unverwechselbaren Persönlichkeit gelesen werden.
(Buchpräsentation Limmat Verlag)