Katharina Bösiger Boukar, geboren 1963, ist in Beinwil am See (AG) aufgewachsen. Sie studierte Hispanistik, Germanistik und Publizistikwissenschaft an der Universität Zürich. Während ihres Studiums lebte sie in Zürich, Madrid und Barcelona. Ihre Lizentiatsarbeit verfasste sie zum Thema «La Poesía de Pedro Salinas en el Exilio». Nach einem Auslandaufenthalt in Kamerun 1991 arbeitete sie einige Jahre in der Schweiz als Koordinatorin und Erwachsenenbildnerin im Nonprofitbereich und als freischaffende Literaturkritikerin, unter anderem in der Gruppe Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika der Erklärung von Bern (EvB, heute Public Eye). Von 1999 bis 2005 lebte sie im Tschad und in Nordkamerun, wo sie für den Deutschen Entwicklungsdienst DED als Beraterin einheimischer Organisationen tätig war. Seit 2005 wohnt sie mit ihren drei Töchtern in Neuenburg, ist Gymnasiallehrerin am Lycée Jean Piaget, freiberufliche Übersetzerin und Autorin.
Bibliographie
Woher kommst du? Und wohin gehst du? – Diese beiden Fragen stellen die Ouldeme zur Begrüssung allen, die ihnen begegnen, und sie tun das immer wieder.
Katharina Bösiger Boukar erzählt die Geschichte einer Reise in ein Saheldorf in Nordkamerun, wohin bloss ein schmaler Fusspfad führt, wo die Kinder aus fetten Käfern Flugzeuge basteln und auch die Erwachsenen fast alles selbst herstellen, was sie zum täglichen Leben benötigen. Die Studentin Kristina hat kurzfristig beschlossen, ihren Freund, den Ethnologiestudenten Fabian, bei seiner Feldforschung in die Mandara-Berge zu begleiten, eine Entscheidung, die sie sowohl aus ihrer gewohnten Umgebung als auch aus ihrem eingeschlagenen Lebensweg herauskatapultiert.
Vom frostigen mitteleuropäischen Winter gelangt Kristina in die Gluthitze einer lang währenden und staubigen Trockenzeit, die von einer kurzen, aber heftigen Regenzeit abgelöst wird. Die starken Sinneseindrücke und die Begegnungen mit den Menschen schärfen ihre Wahrnehmung und werfen sie immer wieder auf sich selbst zurück. Auf Schritt und Tritt wird sie so mit dem kulturellen Erbe ihrer Zeit, mit vorgefassten Fremdbildern und ihrem Selbstbild konfrontiert. Die Erkenntnis, dass in der Sprache der Ouldeme das Modalverb ›müssen‹ nicht existiert, schenkt ihr schliesslich die Freiheit, ihren eigenen Weg zu gehen.
Das Jahr der Ziege ist die Geschichte einer Liebe, einer Liebe zu den Menschen und zur Natur, aber insbesondere auch einer Liebe zur Sprache in ihrer ganzen Vielfalt.
(Buchpräsentation Edition 8)