Salomon Gessner wurde am 1. April 1730 als Sohn eines Verlegers und Buchdruckers in Zürich geboren. Als Bürgersohn genoss er neben dem ordentlichen Schulbesuch noch Unterricht bei Hauslehrern. Gessner war jedoch ein schlechter Schüler, las aber viel. 1746 bekam er bei einem Theologen Privatunterricht in alten Sprachen. In dieser Zeit machte Gessner die ersten dichterischen Gehversuche. 1749 musste der Jüngling, noch immer ohne festes Berufsziel, auf Geheiss der Eltern nach Berlin um in der Spenerschen Buchhandlung eine Lehre zu machen. Er gab die Ausbildung jedoch schon bald auf, um sich mit Malerei und Gedichten zu beschäftigen. Bei seiner Rückreise in die Schweiz traf er sich mit Gleim und Klopstock. Bis 1760 arbeitete Gessner im väterlichen Verlag in der Redaktion der «Montags-Zeiung» und war auf malerischen und schriftstellerischem Gebiet tätig. In diese Jahre fiel der rege Kontakt mit E.v.Kleist und Wieland, sowie anonym publizierte Werke. Als erster grosser Erfolg gelten die Idyllen von 1756, die weit über die Grenzen des deutschsprachigen Raumes regen Absatz fanden und in fast alle europäischen Sprachen übersetzt wurden. Die Wiedererschaffung der Idylle als Gattung kam der Entdeckung der Natur, die Kennzeichen des 18. Jahrhunderts war, besonders entgegen. Der Tod Abels, die erste Veröffentlichung unter Salomon Gessners Namen, vergrösserte seinen Ruhm noch. Vor allem in Frankreich wurde er hoch geschätzt. Nach seiner Heirat 1761 trennte er sich vom Verlag des Vaters und trat als Teilhaber bei Orell, Gessner und Compagnie ein. Sein eigenes Schreiben blieb damit zusehends im Hintergrund. Gessner widmete sich vor allem seinen Radierungen und Landschaftsgemälden, die heute mehr als zu seinen Lebzeiten geschätzt werden. Im folgenden Jahrzehnt hatte er diverse Ämter in der Stadt Zürich inne, so gehörte er etwa 1767 zum kleinen Rat und damit zur Stadtregierung. 1769 erkrankte Gessner schwer und musste sich von allen Geschäften zurückziehen. Von seiner Krankheit genesen übernahm er wieder die Redaktion der «Montags-Zeitung», aus der 1780 unter anderer Leitung die «Zürcher Zeitung» entstand. Nach dem Tod des Vaters 1775 übernahm Gessner den Verlag ohne die Teilhaberschaft mit Orell und Füssli aufzugeben, zudem versah er verschiedene Vogts- und Richterämter. Am 2. März 1788 starb Salomon Gessner in Zürich an einem Schlaganfall.
Ausgewählte Bibliographie
Die Nacht. Idylle. Zürich, [Gessner], 1753 [Anonym erschienen]
Daphnis. Schäferroman. Zürich, bey Gessner, 1754 [Anonym erschienen]
Daphnis et le premier navigateur. Poëmes de M. Gessner. Traduits de l'allemand par M. Huber. Paris, Vincent, 1764
Il primo navigatore del Gesnero, per le nozze Vendramin e Corner. [Traduzione:] Giulio Perini. Venezia, Palese, 1771.
Idyllen von dem Verfasser des Daphnis. Zürich, bei Gessner, 1756 [Anonym erschienen]
Idylles et poëmes champêtres de M. Gessner. Traduits de l'allemand par M. Huber, traducteur de la Mort d'Abel. La Haye, N. van Daalen, 1762
Der Tod Abels. In fünf Gesängen. Zürich, bey Gessner, 1758
La mort d'Abel. Poëme, en cinq chants. Trad. de l'Allemand de M. Gessner, par [Michel] Huber. Paris, Hardy, 1760
Della morte d'Abele. Canti cinque del Signor Gesner. Trad. libera di Tessalo Cefallenio. Siena, Rossi, 1776
Gedichte : Mit allergnädigsten Freyheiten. Zürich, Orell, Gessner, 1762.
Schriften. 4 Bde. Zürich, Orell, Gessner, 1762 | S. Gessners Schriften. Theil 1-4. Mit allergnädigster Freyheit. Zürich, Orell, Gessner, 1762
Oeuvres complettes de Mr. Gesner. Trad. de Anne-Robert-Jacques Turgot et Michel Huber. Cuivres d'après Marillier. Paris, Cazin, [1778-1782]
Sämtliche Schriften (in drei Bänden). Hrg. und Anhang von Martin Bircher. Zürich, Orell Füssli, 1972-1974
An den Amor. Idyllen. Hrsg. von Ulrich Berkes, mit 25 Kupferstichen von Salomon Gessner. Leipzig, P. Reclam, 1980
Idyllen. Hrsg. von E. Theodor Voss. Stuttgart, P. Reclam jun., 1988
Salomon Gessners Briefwechsel mit seinem Sohne. Während dem Aufenthalte des Letztern in Dresden und Rom, in den Jahren 1784-85 und 1787-88. [Bern], [Schweizerische Nationalbibliothek], [2013]