Alfred Fankhauser wurde am 4. November 1890 als Sohn eines Lohnkäsers in Gysenstein/Konolfingen (Kanton Bern) geboren. Er wuchs, bedingt durch die Arbeit des Vaters, in verschiedenen Orten des Emmentals auf. 1906 trat Fankhauser in das Seminar Muristalden Bern ein und liess sich zum Primarlehrer ausbilden. Nach einigen Jahren Berufstätigkeit schrieb er sich 1915 an der Universität Bern ein, um zunächst das Sekundarlehrerpatent zu erwerben und anschliessend Geschichte und Psychologie zu studieren. In dieser Zeit wurde er mit sozialistischen Ideen bekannt, die ihn bis an sein Lebensende prägen sollten. 1920 schloss Fankhauser sein Studium mit Doktortitel ab und war fortan als Journalist und Schriftsteller tätig. In den frühen dreissiger Jahren wandte er sich der Astrologie zu, deren anerkannter Fachmann er schon bald war und die er in den Rang einer Wissenschaft zu erheben suchte. In den vierziger Jahren machte Fankhauser noch einmal als Autor mehrerer Romane auf sich aufmerksam. Ab 1953 verstummte er literarisch und wandte sich bis zu seinem Tod am 22. Februar 1973 in Köniz der Malerei zu. Fankhausers Werk beinhaltet die Gattungen der Lyrik, des Dramas, sowie der Prosa. Besondere Beachtung fand er aber vor allem als Autor kontrovers diskutierter Romane im expressionistischen Stil (Der Gotteskranke, Die Brüder der Flamme). Die Spätwerke Fankhausers sind geprägt vom Gedanken der sozialen Solidarität, der in eine bäuerliche Welt eingebracht wird und der Problematik der Verstädterung.
Ausgewählte Bibliographie
Prosa:
Das Urlaubsgesuch. Einsiedeln, Benziger & Co. A.-G., 1916
Peter der Tor und seine Liebe, erzählt nach seinen Tagebüchern. München, Delphin, 1919
Der Gotteskranke. Roman. München, Delphin, 1920
Tobias Moor. Satire. Bern, Mimosa, 1922
Madonna. Drei Legenden. Bern, Seldwyla, 1922
Von den Werten des Lebens. Essays. Bern, Mimosa, 1922
Vorfrühling. Roman. Zürich/Leipzig, Grethlein & Co., 1923
Die Brüder der Flamme. Roman. Zürich/Leipzig, Grethlein & Co., 1925
Engel und Dämonen. Roman. Bönigen, Mimosa, 1926
Iwan Petrowitsch. Erzählung aus den Tagen russischer Not. Berlin, Vaterländische Verlags- & Kunstanstalt, 1926
Die Hand der Mutter. Novelle. Basel, Verein für Verbreitung guter Schriften, 1926
Der Herr der inneren Ringe. Roman. Berlin, Eckart, 1929
Der Messias. Zürich, Büchergilde Gutenberg, 1940
Von Frühling zu Frühling. Roman. Zürich, Schweizer Druck- und Verlagshaus, 1944
Wahlenwart. Roman. Zürich, Büchergilde Gutenberg, 1944
Denn sie werden das Erdreich besitzen. Zürich, Büchergilde Gutenberg, 1947
Die Allmend. Zürich, Büchergilde Gutenberg, 1952
Ich Colomba. Roman. [Bern], K. Fankhauser, 2003
Theater:
Der Chrützwäg. Oberemmentalisches Schauspiel in 5 Akten. Bern, A. Francke, 1917
Der König dieser Welt. Schauspiel. Bern, Mimosa, 1925
Grauholz und Neuenegg. Dramatische Szene. Bern, A. Francke A.G., 1940
E Schatte fallt, es Liecht geit uf. Berndeutsches Schauspiel in 3 Akten. Bern, A. Francke AG., 1946
Vo wyt här. Schauspiel in 3 Akten. Elgg, Volksverlag, 1949
Gottesgab. Ein Spiel in drei Bildern. Elgg, Volksverlag, 1954
Wär isch der Sünder? Berndeutsches Lustspiel. Elgg, Volksverlag, 1954
Salomo vo Blindebach. Schauspiel in 3 Akten. Elgg, Volksverlag, 1956
Wär isch der Sünder? Berndeutsches Lustspiel. Elgg, Volksverlag, 1954
Lyrik:
Tag und Nacht. Gedichte. Bern, Mimosa, 1924
Lied und Gleichnis. Bern, A. Francke, 1948