Hans Morgenthaler

Hans Morgenthaler, auch Hamo genannt, wurde am 4. Juni 1890 in Burgdorf geboren. Früh mutterlos geworden, wuchs der Sohn einer gutbürgerlichen Familie im Emmental auf. Nach den Schulen und der erfolgreichen Matura studierte der leidenschaftliche Alpinist zunächst Zoologie und Botanik an der ETH Zürich. Er promovierte 1914 und entschloss sich schon bald zu einem Zweitstudium in Geologie an der Universität Bern. 1917 reiste er nach Südostasien und arbeitete für eine mit der Gewinnung von Gold und Zinn befassten Schweizer Firma in Thailand. Drei Jahre später kehrte Morgenthaler körperlich und seelisch erkrankt in die Schweiz zurück. Eine schwere Malaria wurde bald von unheilbarer Tuberkulose abgelöst und die Entfremdung von der europäischen Zivilisation einhergehend mit einer tiefen Verunsicherung des sensiblen Dichters, machte mehrere Aufenthalte in psychiatrischen Kliniken unumgänglich. Hinzu kam, dass Hans Morgenthaler, der fortan als freier Schriftsteller und Vortragsreisender lebte, sich auch materiell kaum über Wasser halten konnte. Nach Kuren in diversen Sanatorien erlag Morgenthaler am 16. März 1928 in Bern seiner Krankheit. Hans Morgenthalers schmales Werk ist geprägt von einer literarischen Form, die er selbst «Stimmungsbilder» genannt hat und die ihm erlaubte, Naturbeobachtungen, geologische Exkurse, persönliche Erfahrungen und Erlebnisse ohne formalen Zwang aneinanderzureihen. Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde Morgenthaler erst durch die von Kurt Marti im Jahr 1970 herausgegebene Gedichtsammlung Totenjodel.

Bibliographie

Totenjodel , Hg. von Kurt Marti, Bern, Kandelaber, 1970.
In der Stadt , Hg. von Otto Zinniker, Grenchen, Spaten-Verlag, 1950.
Das Ende vom Lied. , Hg. von Hugo Marti und Marguerite Schmid, Bern, Francke, 1930.
Gadscha puti , Hg. von Fritz Hegg, Bern, Francke, 1929.
Woly , Zürich, Orell Füssli, 1924.
Ich selbst , Zürich, Orell Füssli, 1923.
Matahari , Zürich, Orell Füssli, 1921.
Ihr Berge , Zürich, Orell Füssli, 1916.