Jakob Christoph Heer wurde am 17. Juli 1859 in Töss (Zürich) geboren. Nach der Grundschule besuchte er das Gymnasium in Winterthur. Danach wechselte Heer ans Seminar Küsnacht und schloss 1879 mit dem Lehrerdiplom seine Ausbildung ab. 1882 trat er eine Stelle an der Primarschule Oberdürnten (ZH) an. Sein erfolgreiches literarisches Debüt Ferien an der Adria (1888) verhalf im zur Position des Feuilleton-Redaktors bei der Neuen Zürcher Zeitung. Dort trat Heer ab 1892 die Nachfolge Carl Spittelers an. 1898 erschien mit An heiligen Wassern. Roman aus dem schweizerischen Hochgebirge das Buch, welches Heer auf einen Schlag berühmt machte. Der Vorabdruck in der Zeitung hatte wegen dem Thema, die Technik wird im Roman als Gewinn für die Bergwelt dargestellt, in der Schweiz Proteste ausgelöst. Trotzdem wurde das Buch mit überragendem Erfolg in Stuttgart ediert und Heer galt fortan neben Zahn als meistgelesener Vertreter des schweizerischen Heimatromans, der vor allem in Deutschland Anklang fand. Von 1899 bis 1902 war Heer Redaktor der Stuttgarter Zeitschrift «Gartenlaube», entschied sich aber dann als freier Schriftsteller in Ermatingen (TG) und Rüschlikon (ZH) zu leben. Der Erste Weltkrieg bedeutete jedoch einen massiven Einschnitt in Heers Schaffen. Der Heimatroman stand fortan nicht mehr hoch im Kurs und 1922 konnte der Autor es sich nicht mehr leisten im eigenen Haus zu wohnen. Zuflucht fand er bei einer Tochter in Deutschland. Jakob Christoph Heer starb als gebrochener Mann am 20. August 1925 in Zürich. Heer ist vor allem als Verfasser erfolgreicher Heimatromane, in denen romantische Motive in frischer Bergluft dominieren, bekannt geblieben. Mit seinen Schilderungen der Gebirgswelt und ihrer Bewohner, baute er auf die Gunst des deutschen Publikums. Zum einen wurden dadurch hartnäckige Klischees von seinem Heimatland zementiert, zum anderen begeisterte er Hundertausende für das Ferienland Schweiz. Seine Romane wurden mehrfach verfilmt und in Höchstauflagen gedruckt (König der Bernina, 744 000 Ex.). Literarisch zweifelsohne wertvoller sind die autobiographischen Werke des Dichters, welche auch zeitgeschichtlich interessant sind und im Schatten der Bestseller stehen. Diese galten seit dem Ende des Ersten Weltkrieges als blosse Unterhaltungsliteratur und wurden von der Kritik kaum mehr wahrgenommen.