Martin Frank wurde 1950 geboren und ist in Bern und Zürich aufgewachsen. Ab 1970 reiste er in Süd- und Nordindien, wo er Hindi, Urdu und Tamil lernte. Sein Bestseller Ter fögi ische souhung, der erste schweizerdeutsche schwule Roman, wurde von Marcel Gisler verfilmt (Schweizer Filmpreis 1999). Die Erzählungen Blinde Brüder erhielten 2001 den Buchpreis der Stadt Bern. Martin Frank schreibt Schweizerdeutsch, Deutsch und Englisch.
Bibliographie
«Ich würde duschen, dachte ich, doch bevor ich den Kaltwasserhahn öffnen konnte, sank ich in einen dunklen Abgrund, wie ich es schon früher hatte, wo ich die Leute sehe, die bald sterben, wo ich aufwachen will und nicht aufwachen kann, weil ich wach bin und zu träumen meine. Irgendwann brauste Branco mich ab, legte mich im Zimmer aufs Sofa und zog die Vorhänge zu. Er war meine Anfälle gewohnt. Ohne ihn wäre ich längst tot.»
Ein erfolgreicher deutscher Dichter will im Grand Hôtel einige Tage mit einem Jungen eine Amour fou geniessen. Anders als in Thomas Manns Meisternovelle «Der Tod in Venedig» kommt in Martin Franks Venedig, 1911 jedoch auch Tazio zu Wort.
«Ich sage Ihnen, dass ich es oft sterbensmüde bin, das Menschliche darzustellen, ohne am Menschlichen teilzuhaben.» (Thomas Mann)
«Auf artifiziell höchster Ebene vermittelt Martin Frank nach Luchino Visconti und Benjamin Britten einen weiteren fiktiven Zugang zu Thomas Manns Novelle.» (Bernhard Albers)
(Rimbaud Verlag)