Charles Ferdinand Ramuz wurde 1878 in Lausanne geboren. Nach dem Lizenziat in Literaturwissenschaft an der Universität Lausanne wohnte er bis 1914 in Paris. Neben seinen 22 Romanen und etwa 190 Novellen hat Ramuz Gedichte, Essays, autobiografische Schriften und das Libretto Die Geschichte vom Soldaten für Igor Stravinsky verfasst. Darüber hinaus nahm er intensiv am kulturellen und literarischen Leben der Westschweiz teil (Leitung von Zeitschriften, Chroniken, etc). Mit seiner eigenständigen Sprache befreite er den Roman von klassischen und akademischen Konventionen. 1930 liess sich Ramuz in Pully bei Lausanne nieder, wo er den letzten Teil seines Lebens verbrachte. Er starb am 23 Mai 1947.
Bibliographie
Am Anfang steht eine wissenschaftliche Entdeckung: Wegen eines Unfalls im Gravitationssystem stürzt die Erde in die Sonne zurück. «Es wird immer heisser werden, und schnell wird alles sterben», schreibt C. F. Ramuz lakonisch dazu.
Die Menschen am Ufer des Genfersees wollen das erst nicht glauben und erfreuen sich am schönen Wetter. Aber dann wird klar, dass es vor der Hitze kein Entkommen gibt, die Freude schlägt um in Angst, als die Bäume verdorren, die Gletscher schmelzen und die soziale Ordnung zu zerfallen beginnt.
1922, als der Roman erstmals erschien, wusste C. F. Ramuz noch nichts von der Bedrohung der globalen Erwärmung, der wir heute gegenüberstehen. Doch das düstere Bild, das er in diesem visionären Text in seiner einzigartig verdichteten Sprache zeichnet, liest sich wie eine Prophezeiung.
«Eine echte Trouvaille, das beste Beispiel für die Kraft der Literatur: Mit Sprache und Imagination schafft Ramuz eine eigene Welt und leuchtet ins Wesen der Menschen hinein.» (Claudia Mäder, Neue Zürcher Zeitung)
(Limmat Verlag)