Jacques Picard wurde1952 in Basel geboren. Er hat in Freiburg und Basel studiert. Der Autor zahlreicher historischer Publikationen, insbesondere zur Geschichte und Kultur der Juden in Europa, war Mitglied der «Bergier-Kommission». Von 1997 bis 1999 war er deren Forschungsleiter. Heute ist Picard ordentlicher Professor für allgemeine und jüdische Geschichte und Kultur der Moderne an der Universität Basel.
Bibliographie
Von vier Frauen und vier Männern handelt dieses Buch. Ausgangspunkt ihrer Biographien ist die Schweiz. Hier lernen sie sich kennen, verweilen und brechen dann in verschiedene Richtungen und Welten auf. Wir begegnen Léon Reich, der Auschwitz und Buchenwald überlebt und zum Erfinder und Mitgestalter der helvetischen Uhrenproduktion aufsteigt. Erzählt wird die Geschichte von Hermann Levin Goldschmidt, der aus Berlin flüchtet, in einer Zürcher Galerie seiner Frau Mary begegnet und zum Philosophen wird. Wir lernen Simche Schwarz aus Bukarest und Ruth Hepner aus Leipzig kennen, die in Paris mit Marc Chagall ein Puppentheater gründen und nach Buenos Aires weiterziehen. Und es treten Lotte und Herbert Strauss auf, die mit viel Glück über die Grenze in die Schweiz gelangen und von dort aus nach New York, wo sie das Thema Migration und Exil nie wieder loslassen wird.
Eine Gemeinsamkeit der Porträts ist, daß diese Überlebenden und Entronnenen in der Zeit nach Erniedrigung, Flucht oder Konzentrationslager aus ihrem Leben neue Zuversicht gewinnen konnten. Sie schufen bemerkenswerte Dinge und brachten außergewöhnliche Ideen hervor – in Form von Kunst, Erfindungen, Wissenschaft oder sozialem Engagement. Jacques Picard spürt diesen Ideen nach, die er als Ausdrucksweisen des Überlebens deutet.