Herbert Meier, geboren 1928 in Solothurn, absolvierte ein Studium der Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie an den Universitäten in Basel, Wien und Freiburg im Üechtland und arbeitete anschliessend als Lehrer und Lektor in Paris und Poitiers. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz machte er eine Schauspielausbildung in Basel und wirkte als Dramaturg und Schauspieler am Theater in Biel. Seit 1955 war er als freier Schriftsteller in Zürich ansässig. Er verfasste in erster Linie Theaterstücke, aber auch Romane, Gedichte, Essays und Übersetzungen (vorwiegend aus dem Französischen). Er war Mitglied des Deutschschweizer PEN-Zentrums und des Verbands Autorinnen und Autoren der Schweiz. Herbert Meier starb am 21. September 2018 in Zollikon.
Bibliographie
«Die Gedichte Herbert Meiers sind voller Hinweise darauf, wie sehr Spuren in den Zeitläufen auf eine Integration deuten, in der sich das Erhoffte, nachdem es sich seine Zeit – in menschlichen Lebensläufen und Generationen – genommen hat, erfüllen wird. Antrieb in all dem ist die auch in einer entgötterten Welt nicht verstummende Sehnsucht, die sein Oratorium Dem Unbekannten Gott durch alle Gefahren und Hoffnungslosigkeiten hindurch trägt: Der immer Gesuchte, / endlich Offenbare – / Gott ist mitten unter uns.» (Alois M. Haas)
«‹Das ist doch das wunderbare Paradox, Freunde›, rief Origenes aus. ‹Wir bekennen einen Gott, der Sprache hat. Und doch wohnt er im Unsagbaren. Am Anfang war in der Tat das Wort. Aus der Betrachtung dieses Ereignisses schreibe ich, aber im Wissen, dass alles, was ich rede und schreibe, Stückwerk ist. Und immer wieder stehe ich an dem Ungrund, wo das Unsagbare beginnt. Und doch, selbst um das zu sagen, brauche ich Wörter, hinfällige Wörter, archäologische Wörter… Der Buchstabe aber stirbt, das Wort nicht. Der Geist belebt es wieder, und das zu jeder Zeit und immer neu.› ‹Von welchem Wort reden Sie jetzt?› fragte András. ‹Von dem, das am Anfang war.› Was mich in diesem Augenblick traf, kann ich nicht sagen. Ich wusste auf einmal, gegen dieses Wort kommt nichts an. Es schützt auch meine Sprache.» (Aus dem Prosastück Der Besuch des Origenes)
(Präsentation des Bands, Johannes Verlag)
Übersetzungen
Ausgewählte Bibliographie
Traductions:
Paul Claudel: Der Tausch, übersetzt zusammen mit Yvonne Meier, Berlin, Felix Bloch, 2005.
- Der Erniedrigte, Berlin, Felix Bloch, übersetzt zusammen mit Yvonne Meier, 2004.
- Die Geisel, Berlin, Felix Bloch, übersetzt zusammen mit Yvonne Meier, 2004.
- Das harte Brot, Berlin, Felix Bloch, übersetzt zusammen mit Yvonne Meier, 2004.
- Der seidene Schuh oder Das Schlimmste trifft nicht immer zu, Berlin, Felix Bloch, 2002.
- Mittagswende, Berlin, Felix Bloch, übersetzt zusammen mit Yvonne Meier, 2003.
- Das Mädchen Violaine, Berlin, Felix Bloch, 1944.
Luigi Pirandello: Sich selber finden, übersetzt zusammen mit Yvonne Meier, Berlin, Kiepenheuer Bühnenvertrieb, 2000.
Federico García Lorca: Tragikomödie des Don Cristóbal und der Doña Rosita, Frankfurt am Main / Leipzig, Insel-Verlag,1992.
Andri Peer: Poesias, Disentis/Mustér, Desertina, 1988.
Ben Jonson: Volpone, übersetzt zusammen mit Yvonne Meier, Basel, Reiss, 1985.
Euripides: Medea, Zürich, Neue Schauspiel-AG, 1981.
Charles Ferdinand Ramuz: Aline, Jean-Luc der Verfolgte, Samuel Belet, übersetzt zusammen mit Yvonne Meier, Frauenfeld / Stuttgart, Huber, 1972.
Giuseppe Dessì: Das Lösegeld, Olten, Walter-Verlag, 1962.
Luigi Barzini: Peking – Paris in sechzig Tagen, Einsiedeln / Zürich / Köln, Benziger, 1958.
Guy de Larigaudie: Das Lied der Inseln und der Meere, übersetzt zusammen mit Yvonne Meier, Basel, Verlag Die Brigg, 1958.
Georges Schehadé: Die Geschichte von Vasco, Frankfurt am Main, Fischer, 1958.
Francisco José Alcántara: Wenn alles schief geht, übersetzt zusammen mit Alfredo Bäschlin, Einsiedeln / Zürich / Köln, Benziger, 1957.
Und zahlreiche Übersetzungen von Shakespeare, Goldoni, Racine, Molière, Giraudoux, Audiberti, Georges Schéhadé...