Verena Mathis

Verena Mathis
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Verena Mathis ist in Zürich und Jenins (GR) aufgewachsen. Sie ist aus dem Büroleben aus- und in den Pferdesport eingestiegen und hat als Betreuerin/Trainerin an den Olympischen Spielen 1976 in Montreal und 1984 in Los Angeles teilgenommen.  

Später arbeitete sie wieder im Büro und organisierte alles rund um Turniere und Turnierteilnahmen. Daneben schrieb sie und hat mehrere Auszeichnungen für Kurzgeschichten bekommen. Verwandte Bande war ihr erster Roman.

Am 23. November 2018 ist Verena Mathis gestorben.

Bibliographie

Biel, die brotsuppe, 2015.

Zu allen saisonalen Arbeiten in den Weinbergen der Bündner Herrschaft kommt die Mutter mit den zwei Mädchen von Zürich her, um ihrer eigenen Mutter, der Nana, zu helfen. Für diese eigentliche Heimat, dem Graubünden, schlägt das Herz der Ich-Erzählerin.

Das Kind will sein wie das Heidi. Die starke Mama, stets dem Dorf ihrer eigenen Kindheit zugetan, lebt die Verbundenheit vor; aufgehoben in dem überschaubaren Kosmos, ist das Kind übereifrig mit dabei. Es hängt an den Lippen der Mutter, wenn diese Zeit findet zu erzählen, es hängt auch an den Lippen der Dörfler, wenn geredet, getratscht und beweint wird. Ein Hauch Geschichte weht ins Grossmutterhaus durch die unmittelbare Nachbarschaft der Häuser von Salis und von Sprecher und durch die seltsam unkritischen Kriegserzählungen der Mutter.

Das Kind ist von allem in den Bann gezogen. Alles hat gleichermassen viel Bedeutung, nichts ist wichtiger oder unwichtiger. Die Erzählung umfasst zwei ineinandergreifende Geschichten. Zum einen geht es um die Arbeit in den Weinbergen und die dörfliche Tierhaltung. Zum anderen um das zwiespältige Verhältnis zu den Verwandten, vor allem zur dominanten Grossmutter, die dem Kind stets fremd bleibt, wie auch anzunehmen ist, dass die Grossmutter ihrerseits dieses übermotivierte Kind nicht verstanden hat.

(Buchpräsentation Verlag die brotsuppe)