Erika Burkart wurde 1922 in Aarau geboren. Sie besuchte das Lehrerseminar und unterrichtete bis 1952 als Primarlehrerin. Nach Aufenthalten in Frankreich, Italien, Spanien und Irland liess sie sich als freie Schriftstellerin zusammen mit Ernst Halter in ihrem Elternhaus in Aristau (AG) nieder, wo sie 2010 starb. Burkart gilt als eine der wichtigsten Lyrikerinnen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.
Bibliographie
«Lies beide Seiten.»
Ernst Halters grosse Auswahl der Gedichte Erika Burkarts stellt exemplarisch das jahrzehntelange lyrische Schaffen der Dichterin vor, deren Entwicklung dem gängigen Muster – Aufbruch ins Ungewohnte, neuartige Diktion, Konsolidierung, Reife, Abgeklärtheit, Rückzug – widerspricht: Sie geht genau den umgekehrten Weg.
«Lies beide Seiten» wird das Motto ihres Schreibens. Es berichtet von erhoffter Transzendenz des lebendigen Hier in ein uns nicht erkennbares, geahntes Dort, wo sich ein Sinn finden könnte. Wir leben auf einer planen Fläche und sind nichts als das Spiegelbild des Mysteriums unserer eigenen Existenz, das unseren Blicken undurchdringlich bleibt. Ihre grossen Gedichte sind Spiegelschrift.
Wider den Tod entwickelt die Dichterin zuletzt ihr revolutionäres Profil: Fragmente, harte Kontraste, blitzhafte Visionen, Proteste, Rufe, Klagen, Beschwörungen – in alltäglicher Diktion.
«In der neueren Geschichte der schweizerischen Lyrik behauptet Erika Burkart – zusammen mit Meret Oppenheim und Silja Walter – ihren Platz neben Albin Zollinger und Alexander Xaver Gwerder, neben Giorgio Orelli und Philippe Jaccottet.» Beatrice von Matt, Neue Zürcher Zeitung
(Limmat Verlag)