Luisa Famos

Luisa Famos

Luisa Famos wurde 1930 in Ramosch geboren. Sie unterrichtete als Primarlehrerin in den Kantonen Graubünden, Appenzell Ausserrhoden und Zürich. Gleichzeitig arbeitete sie für das rätoromanische Radio und Fernsehen. Sie moderierte die erste rätoromanische Fernsehsendung überhaupt, « Il Balcun tort ». Von 1969 bis 1972 lebte sie in Honduras und Venezuela. Nach ihrer Rückkehr 1972 in die Schweiz lebte sie zuerst in Bauen UR, danach wieder in Ramosch. Im Alter von 44 Jahren erlag sie einem Krebsleiden. Heute sind ihre Gedichte in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Bibliographie

Mit einem Vorwort von Luzius Keller, Übersetzung von Luzius Keller , Zürich, Limmat Verlag, 2019.

Luisa Famos ist eine Legende. Keine neunzig Gedichte sind von ihr erhalten, aber genug, um ihre poetische Handschrift zu erkennen. 1960 erscheint der erste Gedichtband «Mumaints» (Augenblicke), kurz nach ihrem Tod 1974 der Band «Inscunters» (Begegnungen). Und vielleicht ist der helle Nachruhm nicht zu trennen vom tragischen frühen Tod der Dichterin.
Luisa Famos entwirft stille, klare Bilder: das wogende Ährenfeld, die schwirrenden Schwalben, der ferne Sternenhimmel. In ihnen bleibt für einen kurzen Moment die Zeit stehen, offenbart sich ein Augen blick der liebenden Vereinigung mit einem Du, sei es Geliebter oder Gott. Umgehend aber löst sich diese Begegnung auf, mit dem Schnitt der Ernte bei den Ähren, dem Vergehen. Von den Schwalben zeugen nur die Schatten, die über die weisse Mauer huschen. Es sind diese minimalen Verschiebungen, die Luisa Famos’ Gedichte auszeichnen – sprachliche wie bildhafte. Die Sterne leuchten vom Himmel herab, die Dichterin fängt sie ein und erkennt sie von unten als Fluors da la terra – Blumen der Erde.

«Unterwegs / In viadi» versammelt die Gedichte der beiden Bände «Mumaints» und «Inscunters» in den neuen Übersetzungen von Luzius Keller.

(Buchpräsentation Limmat Verlag)

Tutto si rinnova , Edizione con testo a fronte a cura di Marisa Keller-Ottaviano. Postfazione di Clà Riatsch, Übersetzung von Marisa Keller-Ottaviano , Bellinzona, Casagrande, 2012.
Ich bin die Schwalbe von einst - eu sun la randolina d'ünsacura , Rätoromanisch und Deutsch, Herausgegeben von Mevina Puorger, mit einem Nachwort von Mevina Puorger und Franz Cavigelli, Vorwort von Iso Camartin, Übersetzung von Mevina Puorger und Franz Cavigelli , Zürich, Limmat Verlag, 2004.
Poésies , présentation par Denise et Gabriel Mützenberg, Übersetzung von Denise Mützenberg und Gabriel Mützenberg , Lausanne, L'Âge d'Homme, 1999.
Poesias/Gedichte , mit einem Vorwort von Iso Camartin, Übersetzung von Anna Kurth und Jürg Amann (1947-2013) , Zürich, Arche, 1995.
lnscunters , Chur, Ediziun Jürg Pünter, 1974.
Mumaints , Chur, Ediziun da l’autura, 1960.