Adelheid Duvanel verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Pratteln und Liestal (BL). Sie absolvierte die Kunstgewerbeschule sowie eine Lehre als Textilzeichnerin. Nach ihrer Ausbildung arbeitete sie als Büroangestellte und als Mitarbeiterin in einem Meinungsforschungsinstitut. Seit 1962 lebte sie in Basel, abgesehen von einem längeren Aufenthalt mit Mann und Tochter auf Formentera. Ihre früheren Texte hatte sie unter dem Pseudonym „Judith Januar“ in den Basler Nachrichten veröffentlicht, bevor sie 1997 und 2004 postum in Buchform herausgegeben wurden. Sie erhielt 1984 den Kranichsteiner Literaturpreis und 1987 den Basler Literaturpreis. In der Nacht vom 7. auf den 8. Juli 1996 nahm sie sich das Leben.
Bibliographie
Bis kurz vor ihrem Tod berichtet Adelheid Duvanel der befreundeten Autorin Maja Beutler fast in Echtzeit aus ihrem Leben, monatlich, manchmal täglich. Parallel dazu ihre Korrespondenz mit dem Lektor Klaus Siblewski, der sie bis an ihr Lebensende begleitet, in Krisen zum Weiterschreiben ermutigt, ihr hilft, Werkbeiträge und Stipendien zu erhalten. Lakonisch bis selbstironisch, manchmal aber auch verzweifelt erzählt Adelheid Duvanel aus ihrem schwierigen Alltag, von den Aufenthalten in der Klinik, von der desaströsen Beziehung mit ihrem Mann Joe, von der Drogensucht und Aidserkrankung der Tochter.
Aber auch vom Schreiben und Lesen handeln die Briefe, der Figurenkreis der Erzählungen taucht auf, manche Szenen sind sogar wörtlich in die Texte eingegangen.
«Nah bei Dir» ist eine Art Tagebuch in Briefform, ein nüchternes Protokoll über ein schweres, unerträgliches Leben und das erschütternde Selbstporträt einer Autorin, die den widrigsten Umständen lange standhält und ihnen grosse Kunst abringt.
(Limmat Verlag)